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Auf Du und Du mit der Kuh

Auf „Du und Du“ mit der Kuh!

Auf den saftigen Almen zwischen den Kühen zu wandern ist Natur pur. Aber wer haftet, wenn etwas passiert? In den letzten Jahren gab es immer wieder Meldungen, dass Wanderer von Kühen attackiert wurden. Manche Vorfälle endeten tödlich. Oft waren Mutterkühe und Hunde im Spiel. Ein enormes mediales Interesse brachte das Gerichtsurteil hinsichtlich der tödlichen Kuhattacke im Sommer 2014. Eine 45jährige deutsche Staatsbürgerin war mit ihrem Hund im Pinnstal unterwegs. Sie wurde von Kühen totgetrampelt. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit wurde der Bauer in erster Instanz zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet. Das OLG hat inzwischen diese Entscheidung abgeändert und ein Mitverschulden der getöteten angenommen.

Tierhalterhaftung

Nach der bisherigen Gesetzeslage und Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes (OGH) ist zunächst der Tierhalter verantwortlich für Schäden, wenn er nicht beweist, dass er für die erforderliche Verwahrung und Beaufsichtigung gesorgt hat. Er muss eine objektiv gebotene und zumutbare Sorgfalt einhalten.

Einzäunung

Kühe müssen aber auf der Alm nicht immer eingezäunt sein. Vielmehr hat der OGH ausgesprochen, dass die freie Haltung von Rindern auf der Alm ohne Einzäunung ortsüblich ist. Nur wenn ein aggressives Tier gehalten wird, ist eine besondere Verwahrung notwendig. Der OGH geht davon aus, dass Kühe grundsätzlich nicht als aggressive Tiere gesehen werden können.

Warnschilder ausreichend

Warnschilder sind aber notwendig. Grundsätzlich haftete der Halter von Kühen bisher nicht, wenn er entsprechend sichtbar darauf hinweist, dass sich etwa Mutterkühe auf der Alm befinden und besondere Vorsicht beim Mitführen von Hunden gegeben ist.

Haftung

Etwas Anderes ist es, wenn aggressive Rinder nicht gesondert verwahrt wurden. Ist zB bekannt, dass ein Tier aggressive ist oder hat es vielleicht schon einmal jemanden angefallen, so ist das Tier von Wanderern fernzuhalten, entweder woanders unterzubringen oder eben einzuzäunen.  Eine Mithaftung des Geschädigten ist dann möglich, wenn er zB das Tier gereizt hat.

Bisher war es also grundsätzlich ausreichend, mit Hinweisschildern auf die freilaufenden Kühe rund um die Almwege aufmerksam zu machen. Insbesondere sollten Wanderer mit ihren Vierbeinern auf die besondere Gefahr bei Mutterkühen hingewiesen werden, da gerade Hunde Rinder zu einem aggressiven Verhalten reizen können. Hinweisschilder sollten gut sichtbar an den wichtigen Stellen, etwa Parkplätzen, am Beginn des Wanderweges etc. angebracht sein.

Kuh-Urteil

Die nunmehr viel diskutierte Entscheidung eines Erstgerichtes verunsichert natürlich die Bauern. Die Begründung des Erstgerichtes ist leider nicht bekannt. Das sog. Kuhurteil ist nicht rechtskräftig. Inzwischen hat das Oberlandesgericht (OLG) in seiner Berufungsentscheidung das Ersturteil zum Teil bestätigt, der getöteten aber ein Mitverschulden angelastet.

Dieser Fall wird wahrscheinlich noch bis zum Obersten Gerichtshof (OGH) gehen. Dieser kann dann prüfen, ob tatsächlich hier die Sachlage (der von den Unterinstanzen festgestellte Sachverhalt) anders war, sodass eine Haftung doch gerechtfertigt ist. Die Entscheidung kann also ohne weiteres noch abgeändert werden. Bis dahin bleibt aber natürlich Unsicherheit.

Wanderern sollte bewusst sein, dass es in Tirol (bisher) üblich ist, Kühe – und zwar auch Mutterkühe – auf Almen frei zu halten. Die Tiere befinden sich manchmal auch direkt auf den Wanderwegen.

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